Johannes Georg Bauer

Über seinen Großvater mütterlicherseits, Georg Bauer, der auf tragische Weise im Alter von 33 Jahren umgekommen ist, erzählt 2017 Horst Maahs.

Mein Großvater Johann Georg Bauer (1885-1918) lebte mit seiner Famile in der Glashütte und war Polizist in Waldenbuch.

1918. Familie Johann Georg Bauer, v. oben links. Frida, Karl, Georg (Vater), Liesel, Maria (Ehefrau), Wilhelm, Marie Bechdolf geb. Nagel (Mutter v. Ehefrau Maria), Maria und meine Mutter Emilie.

Mit seiner Frau Marie Bauer, geb. Bechdolf (1881-1923) hatten sie 6 Kinder: Frida, Luise, Karl, Wilhelm, Maria und Emilie.

Als Folge des Mordes an meinem Großvater Georg Bauer und dem frühen Tod seiner Frau Maria 1923, blieben sechs Vollwaisen zurück, darunter meine Mutter Emilie. Die Kinder wurden schließlich von meiner Urgroßmutter, Marie Bechdolf geb. Nagel, versorgt.

Erst im Alter von 16 Jahren habe ich erfahren, dass mein Großvater erschossen wurde. In meiner Familie war dieses Thema lange Zeit ein Tabu. Zuhause wurde darüber ja nichts erzählt.

Georg Bauer wurde Opfer einer Verwechslung, denn nicht er hatte den Wilderer Gottlob Ruck im Jahre 1913 verhaftet, sondern sein namensgleicher Kollege.

Hier eine Zusammenfassung des Tathergangs wie er in diversen Publikationen beschrieben wird.

1918. Tatortfoto . Vom Gasthof Krone aus gesehen in Richtung Nürtinger Strasse. Für grössere Ansicht aufs Bild klicken. Foto: Polizeihistorischer Verein Stuttgart e.V.

Den beiden Wilderern, die 1913 den Forstpraktikanten Wilhelm Klingler ermordet hatten wurde noch im gleichen Jahr der Prozess gemacht. Gottlob Ruck, bricht aus dem Gefängnis in Ludwigsburg aus und fragte im Gasthof Krone in Waldenbuch, welcher Polizist gerade Dienst habe. Worauf man ihm entgegnete, „der Bauer“. In der Nacht vom 4. zum 5. Mai 1918 wurde der Polizeibeamte Georg Bauer in Waldenbuch auf der Dorfstraße von Ruck erschossen. Der Beamte hatte den Nachtdienst versehen, man fand ihn in den ersten Morgenstunden mitten auf der Dorfstraße (Nürtinger Strasse) in der Nähe der Ortswage. Der Tote lag auf dem Rücken in einer Blutlache, neben ihm lag seine Dienstmütze und die Kontrolluhr, quer über der Brust sein Seitengewehr, das er gezogen, aber nicht mehr benutzt hatte. Ein Herzschuß hatte ihn fast augenblicklich getötet. Spuren eines Kampfes waren nicht zu sehen, der tödliche Schuß, mußte aus großer Nähe abgefeuert worden sein, denn er hatte Stoffasern des Uniformrockes versengt.

Das Schwurgericht verurteilte den Mörder zum Tode und begnadigte ihn später zu einer lebenslänglichen Zuchthausstrafe.

Tragisch: Georg Bauer wurde Opfer einer Verwechslung, denn nicht er hatte Ruck im Jahre 1913 verhaftet, sondern sein namensgleicher Kollege.

 

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