
27. März 2026. Eröffnung des neuen Stadtparks ca. 1925. Familie J. Eberwein vor dem Alten Friedhof
Vergessene Schätze verbergen sich hinter dem eisernen Tor
Siegfried Schulz (1939-2025) hat über die Geschichte des Alten Friedhofs recherchiert und in seinem Buch „Einblicke“ 1996 eindrucksvoll veröffentlicht. Er spricht von einem verwunschenen stillen Ort wo sich hinter dem eisernen Tor vergessene Schätze verbergen. Schulz berichtet über die Sühnekreuze, Weinende Engel und gebrochene Rosen sowie über einzelne Grabmale wie beispielsweise.:
“Da ist das Grabmal der Lehrerdynastie Laiblin. Vater
und Sohn tragen den selben Namen, KARL LAIBLIN. Die Tochter und Schwester, MARIE LAIBLIN, war ebenfalls im Lehrberuf tätig. Rechte Schulmeister seien sie gewesen, die Laiblins, fordernd, streng und gerecht. Geschlagen wurde damals in der Schule ganz selbstverständlich. Aber der Pfarrer Flachsland sei schlimm gewesen. Der habe keine eigenen Kinder gehabt und konnte bis zu sechzig Tatzen (Stockschläge auf die flache Hand) in einer Schulstunde austeilen.”
Fünf Friedhöfe gab es in Waldenbuch über die Jahrhunderte:

- Im 16. Jahrhundert lag der erste bekannte Friedhof an dieser Stelle auf dem Schlossberg um die Kirche herum.

2. Um 1600 wurde der erste Friedhof an die Echterdiger Strasse verlegt, heute als Alter Friedhof bezeichnet. Emma Fischer, Frau des Bürgermeisters Gottlob Fischer war die letzte, die 1973 hier ihre endgültige Ruhe fand. Bis 2025 war der Alte Friedhof viele Jahre ein wenig besuchter Ort der Stille und Kühle. Am 27. März 2026 wurde dieser neugestaltete Ort feierlich als “Stadtpark Alter Friedhof“ eröffnet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Stadtnachrichten Ausgabe 14 vom 2. April 2026 berichten über einen vergessener Ort der zu neuem Leben erwacht.

3. 1814 wurde an der Nordflanke des Weilerbergs, der sogenannte Russenkirchhof für 14 russisch-orthodoxe Soldaten errichtet.

4. 1900 wurde der Friedhof der damals noch selbstständigen Gemeinde Glashütte angelegt, die 1931 in Waldenbuch eingemeindet wurde.

5. Der Alte Friedhof war zu klein geworden und 1949 ein neuer Friedhof auf dem Steinenberg errichtet. Initiator des Friedhofs, Bürgermeister Reinhold Körber, wurde als Erster hier bestattet.
Fotos und Grafik: W.Härtel und Archiv W. Härtel
