Briefträger Karl Rieth – zu Fuß unterwegs

Karl Rieth 1874-1948. Schwer bepackt ging er täglich zu seinen Kunden, die immer gern auf ihn warteten.

Früher war der Briefträger eine Respektsperson, der nicht selten Zeuge von Brieffreundschaften und Liebesbeziehungen gewesen war. Schließlich war er oft selbst Überbringer von Botschaften und hat mehrere Generationen aufwachsen sehen. Ein solches Original war der Waldenbucher Briefträger Karl Rieth über den Waltraut Höhn berichtet:

„Es gab einen Briefträger, der jeden Tag die Strecke Waldenbuch-Liebenau-Glashütte, Bachenmühle, Burkhardtsmühle – dann das Siebenmühlental bis zur Schlößlesmühle über den Hasenhof wieder nach Waldenbuch zurücklegte, voll bepackt mit Briefen, Päckchen und Zeitungen. Ich erinnere mich mit Wehmut an diese Zeit, als ich diesen Mann oft auf seiner Tour begleitete. In vielen Häusern bekam ich ein Bonbon, ein Honigbrot oder eine Milch zu trinken. Selbst im

Karl Rieth posiert mit einer Wandergruppe im Siebenmühlental.

Winter mit Skier habe ich seine Tour mitgemacht. Nachmittags ging er dann zu Fuß Richtung Böblingen in die „Surre“ und in die untere und oberer Rauhmühle. Auch da war ich oft dabei. Der Dichter Hans-Heinrich Ehrler, welcher in der Liebenau wohnte hat in einer Ehrung nach seiner Pensionierung ausgerechnet, das er in 29 Jahren 2 ½ mal um die Erde gelaufen ist.“

Waltraut Höhn, geb. Barth, *1927

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