Haus Burkhardt (Villa Staub)

Erbauer und Bewohner der Villa

Burkhardt

Prof. Jakob Paul Burkhardt (1849-1928)

Hoch oben auf dem Weilerberg erhebt sich auf der rechten Strassenseite ein für Waldenbuch ungewöhnliches Haus. Die Villa Burkhardt. Im Volksmund wegen ihrer späteren Besitzer auch „Villa Staub“ genannt, wurde das Gebäude 1906 von dem Waldenbucher Architekten Prof. Jakob Paul Burkhardt entworfen und erbaut.  Er bewohnte die Villa zusammen mit seiner Frau Elise, geb. Dünger.

Nach Burkhardts Tod wurde das Anwesen 1936 an das Schweizer Ehepaar Ferdinand und MWaldbaueraria Staub, geb. Waldbauer, verkauft, welches mit ihrer Tochter Maria Staub (1899-1994) einzog. Ferdinand Staub gehörte die württembergische Firma Friedrich Waldbauer, Bügeleisenfabrik u. Eisengiesserei, Neuenbürg a.d.Enz, die u.a. spiritusbetriebene Bügeleisen herstellte.  Als die Franzosen Waldenbuch im Frühjahr 1945 besetzten, hissten die Staubs auf ihrem Grundstück die Schweizer Flagge als Zeichen ihrer Neutraltät.

MariaStaub

Frl. Maria Staub (1899-1994)

Nach dem Tod ihres Vaters 1959 – die Mutter starb bereits 1953 – bewohnte die ledige Maria Staub das Haus. Fräulein Staub (sie legte auf das „Fräulein“ großen Wert) war am Ort sehr bekannt und engagierte sich in Waldenbuch insbesondere in der evangelischen Gemeinde. Im Jahre 1972 vermietete sie das Obergeschoss an Familie Peitz, die das Haus 1988 kauften und Maria Staub bis zu ihrem Tode versorgten.

Beschreibung der Villa

Das dem Jugendstil angelehnte Fachwerkhaus steht auf einem 19 ar großen dreieckförmigen Gartengrundstück, mit altem Baumbestand. Die Wohnfläche von insgesamt 180 qm verteilt sich auf zwei Stockwerke.

Um ins Haus zu gelangen geht man zunächst ein paar Stufen bis zu einer kleinen holzverzierten Veranda hoch, die mit einem Wandgemälde des griechischen Tempels von Castor und Pollux in Girgenti/Sizilien, einem Relief sowie mit einer Frauenskulptur geschmückt ist. Vom Hauseingang gelangt man in ein einen kleinen Windfang, der zur großen Diele führt. Hier bildet den zentralen Schmuck eine grosse weisse Venusstatue, die in einer gemauerten Nische steht. Von der Diele gelangt man zum Ess-,Wohn- und Schlafzimmer mit Bad und der Küche sowie über eine Holztreppe zur Toilette sowie zu weiteren vier Räumen des Obergeschosses. Über das Wohnzimmer erreicht man einen holzverkleideten Balkon in südlicher Lage mit einem Wandgemälde des Motivs „Alt-Kairo“.

Das Haus war für seine Zeit sehr modern und zweckmässig eingerichtet. So gab es bereits damals eine Kohle-Zentralheizung, die sich in Deutschland im privaten Bereich erst nach 1900 sukzessive durch setzte. Das Schlafzimmer ist direkt mit dem Badezimmer verbunden – ein Standard wie er heute noch gerne in Einfamilienhäusern umgesetzt wird. Die Raumhöhe im Erdgeschoss beträgt 3,60 Meter. An den Decken befinden sich um die Deckenleuchten herum Stuckornamente . Sämtliche Räume sind mit sehr schönen Jugendstil-Türrahmen versehen.

Das Haus steht nicht unter Denkmalschutz und wurde mehrfach liebevoll renoviert, ohne den ursprüglichen Charakter der Villa zu zerstören. Ein Kleinod der Waldenbucher Architektur.

Bildergalerie

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