Gottlob Nafzer

Erste Württembergische Mischfutterfabrik, Waldenbuch

„So alt wie ich – und noch so klein? Oh, du dummes Schwein. Verlang doch auch Nafzers Futterkalk-Zusatzmischung „Ultra-violett Bestrahlt“. Das war sein Werbeslogan!

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Auf der Basis von Kalk produzierte die Firma Mischfutter für die Landwirtschaft. Gottlob Nafzer (1896-1977) stammt aus Ötlingen, heute Stadtteil von Kirchheim unter Teck, wo die Firma zunächst ab 1920 ihren Sitz hatte. Wegen des 1928 geschaffenen direkten Bahnanschlusses zur Siebenmühlentalbahn verlegte man die Produktion 1935 nach Waldenbuch. Das Betriebsgelände in Waldenbuch war in der Bahnhofstrasse und wird heute noch vom HAKAWERK als Lager genutzt.

Anfangs wurden die einzelnen Bestandteile noch mit Schaufeln von Hand vermischt. In den 1950er Jahren wurde die Produktion dann durch einen

Gottlob Nafzer (1896-1977)

Homogenmischer stark mechanisiert. Schwiegersohn Herbert Lichtherz, der in der Fabrik tätig war, griff eine Idee aus Holland auf indem Melasse kalt in den Kalk eingestäubt wurde. Hierdurch wurde das Futter für die Tiere schmackhafter gemacht.

Der Vertrieb der Produkte erfolgte direkt über ein Netz von Vertretern. In Waldenbuch konnte man ein Teil der Produkte bei folgenden Kolonialwarenläden kaufen:

Erich Raith, Neuer Weg
Helene Knapp, Vordere Seestrasse und
Hans Wehr (Reinhold-Körber Siedlung)

Viele Mitarbeiter waren Heimatvertriebene, die nach dem 2. Weltkrieg in ihrer neuen Heimat Waldenbuch einen Arbeitsplatz gefunden hatten.

1967 wurde der Betrieb mit allen Mitarbeitern vom HAKAWERK übernommen. Die Futtermittelproduktion wurde 1974 aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt.

Von April 1933 bis Januar 1934 war Nafzer NSDAP Ortsgruppenleiter und zugleich Fraktionführer der NSDAP im Gemeinderat. Er beantragte in der zweiten Sitzung des neuen Gemeinderats 1933 die Verleihung des Ehrenbürgerrechts an Reichskanzler Adolf Hitler. Die Ehrenbürgerurkunde wurde Hitler Anfang 1934 übersandt. Auf Beschluß des Gemeinderats vom 5. Dezember 1995 wurden Hitler posthum die Ehrenbürgerrechte wieder aberkannt. (Vgl. Ein Jahrhundert Leben in Waldenbuch, A. Lipp und A. Schmauder, Stuttgart 1996)

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